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Europäische Bibeldialoge

So nennen sich die Begegnungstagungen, zu denen sich seit vielen Jahren Christen in Berlin oder anderen Europäischen Städten treffen. Veranstalter ist die Evangelische Akademie zu Berlin. Darüber zu berichten, ist Gemeindepädagoge Gerd Pfahl am 16. September 2020 zu Bibel Aktuell gekommen. Er selbst hat schon oft daran teilgenommen und auch in der Leitung mitgewirkt.

Ihren Ursprung haben diese Veranstaltungen in den Berliner Bibelwochen, deren erstes Treffen bereits 1954 stattfand. Dabei trafen sich evangelische Christen aus der Bundesrepublik und der DDR zum gemeinsamen Gespräch und Gedankenaustausch. Nach dem Mauerfall wurden dann aus diesen Bibelwochen die Europäischen Bibeldialoge, an denen Christen nicht nur aus Deutschland sondern auch aus anderen europäischen, insbesondere ost- und südosteuropäischen Ländern teilnehmen. Die Tagungsorte sind entsprechend außer Berlin auch in anderen europäischen Städten. Die Veranstaltungen dauern heute nur noch 4 Tage. Je Tag sind es 3 Arbeitseinheiten. Außerdem sind Exkursionen eingeplant. So ging es beispielsweise bei der Tagung in Breslau nach Kreisau, bekannt durch den Kreisauer Kreis, einer Widerstandsgruppe in der Nazizeit.

Die einzelnen Tagungen richten sich an wechselnde Zielgruppen, z.B. Menschen im Gesundheitsdienst, oder Angehörige von Behinderten und stehen unter einem bestimmten Thema, zu dem passende Bibeltexte ausgewählt werden. Die Verkehrssprache ist deutsch. Theologische Vorträge, vertiefende Gespräche und eine kreative Herangehensweise sind Säulen der Bibelarbeiten, die ernsthaft und intensiv betrieben werden. Sie bauen auf der gleichen Erkenntnis auf, die auch wir bei Bibel Aktuell über unsere Arbeit stellen: Die Bibeltexte sind heute so aktuell wie zu allen Zeiten.

Besonderen Wert erlangen die Bibeldialoge mit ihren Gesprächen über die Grenzen hinweg durch das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen, was heute auf europäischer Ebene so wichtig ist wie es auch seinerzeit bei den Berliner Bibelwochen für das geteilte Deutschland war.

Norbert Hofmann

 

Bibel aktuell - Gottesdienst und Friedensdekade

Jona war von Gott beauftragt, nach Ninive zu gehen und den Menschen dort wegen ihrer Schlechtigkeiten das Strafgericht durch die Zerstörung ihrer Stadt anzudrohen. Jona wollte diesen Auftrag nicht ausführen, weil er wusste, dass es Gott reuen würde, seine Drohung wahr zu machen. Jona verschwand und fuhr mit dem Schiff in die andere Richtung. Als ein Sturm aufkam, hielten ihn die anderen auf dem Schiff für schuldig und warfen ihn ins Wasser. Da kam ein großer Fisch und verschluckte ihn. Im Bauch des Fisches wandte sich Jona Gott wieder zu. Der Fisch spuckte ihn aus.  Gott gab erneut Jona den Auftrag, nach Ninive zu gehen. So ging Jona und kündigte den Menschen dort an, was Gott ihm befohlen hatte. Als die Menschen dies hörten, ließen sie ab von ihrem frevelhaften Tun, der König, alle Menschen und Tiere. Da verschonte Gott die Stadt, die 120.000 dort lebenden Menschen und Tiere.

Die Jonageschichte war der Predigttext des Gottesdienstes am Buß- und Bettag, der gleichzeitig der Abschluss der Friedensdekade mit dem Titel „Klimawandeln“ war. Im Anschluss hatte Bibel Aktuell zum Nachgespräch eingeladen. Dazu trafen sich mehr als 20 Teilnehmer im Gemeindezentrum. In lebhafter Diskussion wurde der Bibeltext in Bezug zum Thema Klimawandel gesetzt. Gott hat nicht Ninive zerstört.

Will er dann, dass diese Erde, seine Schöpfung, zerstört wird? Er erwartet vielmehr heute wie damals Umkehr, Abwendung von unserem schädlichen Verhalten gegenüber dieser Erde.    

In der Diskussion kam auch zum Ausdruck, dass es im Menschen angelegt ist, dass er ständig nach mehr Wissen strebt. Auch auf den Glauben an unbegrenztes Wachstum wurde hingewiesen. Dies und noch anderes haben dazu geführt, dass die Menschheit inzwischen einen Erkenntnis- und Entwicklungsstand erreicht hat, der dazu führen kann, ihre eigene Lebensgrundlage auf dieser Erde zu zerstören. Sollten wir Menschen im Umkehrschluss dann nicht auch in der Lage sein, diesen Planeten auch künftig als für uns bewohnbar zu erhalten? Wenn uns Menschen das klar wird und wir danach handeln, dann brauchen wir keine neue Welt. 


Norbert Hofmann

 

 

 

 

Jürgen Moltmann , Karl Barth - 2 Themen bei Bibel Aktuell mit Pfrin. Anja Bode

Am 18. 9. 2019 war die „Theologie der Hoffnung“ von Jürgen Moltmann unser Thema. Im April dieses Jahres sprach Pfarrerin Detrez über die dialektische Theologie von Karl Barth und seinen Römerbrief-Kommentar von 1919 mit uns. Damit sind es 2 Theologen, mit denen wir uns in diesem Jahr befassten. Schließlich gehört es auch zum Repertoire unseres Gesprächskreises: Wir lesen, diskutieren, hinterfragen nicht nur die 2000 Jahre alten Bibeltexte. Nein, wir beschäftigen uns auch mit theologischen Überlegungen, Betrachtungen, Erkenntnissen und sprechen ebenso über aktuelle Geschehnisse und Ereignisse in Religion und Kirche. Nicht nur die reine Bibelarbeit, auch Entwicklungen der Theologie, vor allem in der Neuzeit, zeigen: Noch immer ist die Bibel aktuell.

Bibel aktuell Rückblick Mai und Juni 2019 mit Gerd Pfahl und Pfrin. Anja Bode

Ein wesentlicher Teil des Neuen Testaments sind die 4 Evangelien. So kommen aus ihnen sehr häufig die Lesungs- und Predigttexte in den Gottesdiensten. Da war es naheliegend, dass sich Bibel Aktuell gemeinsam mit Gemeindepädagoge Gerd Pfahl am 15. 5. 2019 wieder einmal mit diesem Teil der Bibel befasste. Die Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes haben uns keine Geschichtsbücher hinterlassen. Auch geht aus keinem einzelnen der 4 Evangelien ein geschlossener Lebenslauf von Jesus hervor. Doch eines haben alle  Evangelien gemeinsam: Sie übermitteln uns das, was das Wort Evangelium bedeutet, die Frohe Botschaft: Jesus ist Gottes Sohn, er ist der Messias, der Mensch gewordene Gott, der für uns gestorben und durch den Tod gegangen und am dritten Tag auferstanden ist.

Die Evangelisten bezogen ihr Wissen über Jesus vor allem aus Überlieferungen. Dabei griffen Markus, Matthäus und Lukas oft die gleichen Ereignisse auf, diese aber meist in sehr unterschiedlicher Darstellung. Zu der sich aus dieser Betrachtung ergebenden Frage „Sind die Evangelien eine zuverlässige Quelle?“ kommt der Theologe H. Zahrnt zu dem Ergebnis: „Wenn solche bruchstückhafte Überlieferung trotzdem das Bild einer einheitlich geschlossenen Persönlichkeit darbietet, so kommt man nicht um das Urteil herum, dass dieses Bild historisch echt sein muss.“   Die Evangelisten haben sich an die Menschen ihrer Zeit gewandt. Und für uns heute ist noch immer die „Frohe Botschaft“  eine Quelle, aus der wir Hoffnung und Zuversicht schöpfen können.

Am 12. 6. 2019 hat Pfarrerin Bode dann bei Bibel Aktuell über alte und neue Glaubensbekenntnisse gesprochen. Das erste Glaubensbekenntnis war der Fisch. Mit diesem Zeichen brachten frühe Christen ihren Glauben zum Ausdruck. In der Zeit der Christenverfolgung musste dies oft im Geheimen geschehen. Die 5 Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch stehen für „Jesus Christus Gottes Sohn und Erlöser“. Im Jahr 325 erklärte Kaiser Konstantin das nach heftigen Diskussionen auf dem Konzil von Nicäa entstandene Glaubensbekenntnis für alle Christen für verbindlich. In diesem Bekenntnis wird die Dreifaltigkeit Gottes durch den Einbezug von Vater, Sohn und Heiligem Geist verdeutlicht. Diese Grundeinteilung ist auch im Apostolischen Bekenntnis enthalten, das wahrscheinlich im 5. Jahrhundert in Gallien entstanden ist und heute noch Christen auf aller Welt verbindet. Es ist in unseren heutigen Gottesdiensten das meist gesprochene Glaubensbekenntnis. Der Text wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder an Zeit und Sprache angepasst, letztmals 1971. Und auch aus der jüngsten Zeit gibt es Glaubensbekenntnisse, so zum Beispiel von Dietrich Bonhoeffer oder der Weltversammlung der Christen 1990 in Seoul.     

                                                                               Norbert Hofmann

 

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