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Bibel aktuell und Friedensdekade am Buß- und Bettag

Mit dem Gottesdienst, am 17. 11. 2021, dem Buß- und Bettag, den Pfarrerin Verwiebe und Pfarrer Portugal und Mitglieder der Friedensdekade-Gruppe gestalteten, endete die Friedensdekade 2021,

die den Namen trug „In Frieden leben.“ Unter dem Motto „Lass mich doch in Frieden mit….“ gaben die Mitwirkenden Statements zu brandaktuellen Ereignissen und Geschehnissen. So zum Beispiel zur Bedrohung durch die Coronapandemie oder zur Situation in Afghanistan und selbstverständlich zu Umwelt und Klima und auch anderen Krisen. Naheliegend, dass die Statements reichlich Anregungen für die Fürbitten gegeben haben.

Anschließend verblieben dann noch mehrere Besucher des Gottesdienstes und auch Mitglieder der Friedensdekade-Gruppe im Kirchraum des Gemeindezentrums der Paul-Gerhardt-Gemeinde, um sich im Rahmen von Bibel Aktuell im offenen Gesprächskreis über Gottesdienst und die beiden anderen Veranstaltungen auszutauschen.

Dabei waren wieder Klima und Umwelt Schwerpunkte. Klar kam zum Ausdruck, dass jeder von uns etwas tun kann für eine bessere Umwelt.

In der Geschichte von Jona, der 3 Tage im Bauch des Fisches war, berichtet uns die Bibel, dass Gott den Menschen in Ninive gedroht hatte, ihre Stadt würde untergehen, wenn sie ihr Verhalten nicht ändern würden. Die Menschen damals sind umgekehrt. Ninive wurde nicht zerstört. Sollte es den Menschen heute nicht möglich sein, durch Umkehr in ihrem Tun und Lassen Gottes Schöpfung zu erhalten und zu bewahren, anstatt sie zu zerstören?

Auch die beiden anderen Veranstaltungen der Friedensdekade wurden noch angesprochen. Der Film, der in der 2. Veranstaltung gezeigt wurde,war gut gewählt. Die beiden Hauptdarsteller, Paterson und seine Frau,lebten in Frieden. Wo Paterson war, da war auch Frieden. Begonnen hat die Friedensdekade mit dem Stadteilrundgang, der zu Stätten führte, an denen sich auch in Niederrad zwischen 1928 und 1935 Umbrüche anbahnten oder vollzogen. Ja, es war ein brüchiger Frieden. Hoffen wir, dass auch im nächsten Jahr wieder eine Friedensdekade sein kann, ohne Corona und Pandemie.

​Norbert Hofmann

Bibel aktuell mit Gerd Pfahl: Barmen 1934

Das 2. Bibel Aktuell nach der Coronapause am 15. 9. 2021 war angekündigt mit dem Thema „Barmen 1934“. Was war denn in Barmen 1934? Was war das für eine Zeit? Was hat das mit Bibel und Kirche zu tun? Sehr viel. Es geht um die so genannte „Barmer Erklärung“. Gemeindepädagoge Gerd Pfahl als Referent ging zunächst auf die damalige Zeit und Situation ein.

In mehreren ev. Landeskirchen gab es 1933 Überlegungen, diese in einer Staatskirche gleichzuschalten. Ein Teil der Landeskirchen wollte dies wiederum nicht. So kam es dazu, diese Frage in einer Synode zu klären.Diese war rein innerkirchlich gedacht als Bekenntnis-Synode. Als Ortwählte man Barmen, einen Stadtteil von Wuppertal. In dieser Stadt gab es damals etwa 360 religiöse Gemeinschaften.

Die Bekenntnissynode fand Ende Mai 1934 statt. An ihr nahmen Abgeordnete aus lutherischen, reformierten und unierten Kirchen teil. Aufgrund eines Entwurfs von Karl Barth wurde eine Theologische Erklärung verabschiedet, bestehend aus 6 Thesen. Selbst das schließlich unterzeichnete Schriftstück weist noch Änderungen auf. Ein Zeichen für

Diskussionen bis zum Schluss. Jede These beginnt mit einem Bibelwort. Es folgen ein Bekenntnis- und 1 Verwerfungssatz.

These 1. Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich. 


Bekenntnis: Jesus Christus…… ist das eine Wort Gottes…… , dem wir zu vertrauen und zu gehorchen haben.

Verwerfung: Wir verwerfen die falsche Lehre, als müsse die Kirche…..auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

Das sind mutige Worte in einer Zeit der Diktatur, wie sie damals in Deutschland herrschte.

Die Barmer Erklärung wurde dann das Fundament der „Bekennenden Kirche.“ Auch in der Niederräder Paul-Gerhardt-Gemeinde war die Bekennende Kirche stark vertreten. Zwei Pfarrer gehörten ihr an sowie Gemeindemitglieder. Ein Pfarrer zählte zu den „Deutschen Christen“, der dem Regime nahestehenden Teil der evangelischen Kirche. Dies führte zu erheblichen Spannungen in der Gemeinde.

Die Barmer Erklärung steht im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 810.

​​Norbert Hofmann

 

 

Herausforderung Digitalisierung mit Pfr. Dr. Volz

Damm
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Nach dem letzten Treffen vor fast 10 Monaten, am 21. 10. 2020, konnte sich nach der 2. Coronapause der offene Gesprächskreis Bibel Aktuell am 18. 8. 2021 nun endlich wieder treffen. Als Referent war Pfarrer Dr. Volz mitdem Thema „Die Herausforderung der Digitalisierung für Gesellschaft und Kirche“ gekommen.

Zunächst stellte er die technische Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert dar. Sie begann mit der Industriealisierung, beispielhaft der Webstuhl, und setzte sich fort über die Ausbreitung der Elektrizität und die Entwicklung des Autos bis hin zur heute weltweiten Dimension der Digitalisierung. In dem Wort digital - „in Ziffern darstellend“ – kommt eine mathematische Strukturierung der Welt zum Ausdruck. Die Entwicklung führte weiter zur künstlichen Intelligenz, durch die Computer menschenähnlicheIntelligenz-Leistung erbringen, z. B. Lernen oder Spracherkennen, oder zur „smarten Fabrik“, in der Roboter computergesteuert Fertigung selbständig ausführen. Was bedeutet dies für unsere Arbeitswelt? Verlagern sich Arbeitsplätze von der Fertigung zur Dienstleistung?

In der Diskussion an diesem Abend stand eine Frage Im Mittelpunkt: Welche Rolle spielt der Mensch in dieser digitalen Welt?

Gott hat uns Menschen den Verstand und das Wissen gegeben, den Computer mit all seinen Vor- und Nachteilen zu erfinden. Das kann aber nicht dazu verleiten, ihn zu verherrlichen. Kann es eine emotionale Beziehung zwischen einem Menschen und einem Computer geben?Versuche mit einem tierähnlichen Roboter haben dies nicht letztendlich bestätigen können. Setzen wir, wo angebracht, die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung ein zum Nutzen für die Menschen,verkennen wir aber auch nicht die Risiken durch Missbrauch. In unserem menschlichen Bestreben, alles zu optimieren, sollten wir immer daran denken, dass uns Menschen Grenzen gesetzt sind. Und gut ist es zu wissen, dass der Computer nur das kann, was der Mensch ihm vorgegeben hat.

 

Norbert Hofmann.

Der 3. OEKT2021 in Frankfurt, beobachtet von Norbert Hofmann und Bibel aktuell

Seit Jahren widmet Bibel Aktuell nach einem Kirchentag einen Abend diesem Ereignis. Teilnehmer berichteten, gemeinsam wurde darüber gesprochen. Doch mit Corona kam alles anders. Der Kirchentag konnte nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden genau so wenig wie auch die monatlichen Treffen von Bibel Aktuell. Doch am Samstagabend des Kirchentages war in Niederrad die Ökumene besonders spürbar und präsent. Die Kirchorte wurden getauscht. Die Gottesdienste wurden in der jeweils anderen Gemeinde gefeiert. Was wäre es für ein Ereignis gewesen, wenn dieser Ökumenische Kirchentag insgesamt in gewohnter Form vor der eigenen Haustür hätte stattfinden können? Doch Fernsehen und Internet machten immerhin die virtuelle Teilnahme möglich. So konnten wir auf diese Weise an der Veranstaltung teilnehmen und können nun auch wie üblich darüber berichten.

„Schaut hin“, so lautete das Motto des 3. Ökumenischen Kirchentages im Mai 2021 in Frankfurt. Die erste Veranstaltung war der Fernsehgottesdienst am Morgen des Himmelfahrtstages. Wegen Corona waren Besucher nicht zugelassen. Unter diesen Bedingungen hätte der Ort nicht besser gewählt werden können. Es war das Dach eines Parkhauses mitten in Frankfurt mit Blick auf die Skyline und den alles überwölbenden Himmel. Den musikalischen Teil übernahmen zwei Sängerinnen und ein Sänger und eine kleine Band. Mit eindrucksvollen Texten über unseren Glauben und die Probleme unserer Zeit wandten sich Vertreter der einzelnen christlichen Religionen an die Fernsehzuschauer. „Kirche ist lebendige Gemeinschaft,“ so sagte der Prior von Taizé. Und zum Kirchentagsmotto „Schaut hin“ fügte die evangelische Kirchentagspräsidentin hinzu „wo auch Jesus hinschauen würde“.

In der Festveranstaltung am Freitagabend brachte der Bundespräsident die Hoffnung zum Ausdruck, dass von diesem Kirchentag ein Signal der Ermutigung und ein Signal des Aufbruchs ausgehen werden. Der hessische Ministerpräsident sprach von Orientierung, die wir brauchen und die der Kirchentag uns geben kann.  

Im Anschluss an diese Veranstaltung wurde „Eins“, ein „ökumenisches Oratorium“, uraufgeführt. Darin erzählt die Apostelin Junia vom Leben Jesu, von Karfreitag und Auferstehung, von Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Dies alles wird von der Redakteurin Julia, die es nicht glauben kann, hinterfragt. Begleitet von klassischer und zeitgenössischer Musik ergibt die Aufführung auch ohne Publikum einen kulturellen Höhepunkt des Kirchentages.

Auf dem Hauptpodium zum Thema Klimaschutz sprach Bundeskanzlerin Merkel mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Dabei brachte es die Kanzlerin auf den Punkt, dass Verhaltensänderungen von uns allen erforderlich sind, dass wir jetzt und nicht irgendwann handeln müssen. Die verschiedenen Bibelarbeiten wurden schon vorher ohne Teilnehmer digital aufgezeichnet und konnten ab Samstag im Internet abgerufen werden. Auch alle anderen Veranstaltungen dieses Kirchentages sind digital gespeichert und stehen unter www.oekt.de noch bis zum Jahresende zur Verfügung.

Für den Abschlussgottesdienst hatte man wiederum eine interessante Kulisse gewählt: Den Platz an der Weseler Werft direkt am Main mit Blick auf Sachsenhausen und die Stadt. Nach einem Grußwort des Bundespräsidenten folgten bei regnerischem Wetter die Liturgie des Gottesdienstes und weitere Wortbeiträge. Die musikalische Gestaltung übernahmen einzelne Sängerinnen und Sänger, unterstützt von Posaunen und anderen Instrumenten. Zum Abschluss des Gottesdienstes wandte sich Kirchentagspräsident Sternberg an die coronabedingt weniger als 400 Teilnehmer und auch an die vielen Fernsehzuschauer mit den Worten: „Lassen Sie uns Zeichen setzen, für unsere Nächsten da sein. Machen auch Sie mit. Seid dabei, schaut hin, packt an!“                                                                                                                

Wenn die ausgesandten Zeichen im Lande gehört werden, wenn die Botschaften und Impulse von den Menschen aufgenommen und umgesetzt werden, dann hat es sich gelohnt, dass dieser Kirchentag nicht abgesagt wurde. Selbstverständlich sind das gemeinsame Erleben und die persönliche Begegnung tragende Elemente eines Kirchentages. Wir hoffen, und es besteht die begründete Zuversicht, dass die kommenden Treffen wieder solche Präsenzveranstaltungen sein können. Dann sind auch Teile der für diesen Kirchentag vorgenommenen digitalen Entwicklungen als eine zusätzliche Bereicherung denkbar.

Norbert Hofmann

Europäische Bibeldialoge

So nennen sich die Begegnungstagungen, zu denen sich seit vielen Jahren Christen in Berlin oder anderen Europäischen Städten treffen. Veranstalter ist die Evangelische Akademie zu Berlin. Darüber zu berichten, ist Gemeindepädagoge Gerd Pfahl am 16. September 2020 zu Bibel Aktuell gekommen. Er selbst hat schon oft daran teilgenommen und auch in der Leitung mitgewirkt.

Ihren Ursprung haben diese Veranstaltungen in den Berliner Bibelwochen, deren erstes Treffen bereits 1954 stattfand. Dabei trafen sich evangelische Christen aus der Bundesrepublik und der DDR zum gemeinsamen Gespräch und Gedankenaustausch. Nach dem Mauerfall wurden dann aus diesen Bibelwochen die Europäischen Bibeldialoge, an denen Christen nicht nur aus Deutschland sondern auch aus anderen europäischen, insbesondere ost- und südosteuropäischen Ländern teilnehmen. Die Tagungsorte sind entsprechend außer Berlin auch in anderen europäischen Städten. Die Veranstaltungen dauern heute nur noch 4 Tage. Je Tag sind es 3 Arbeitseinheiten. Außerdem sind Exkursionen eingeplant. So ging es beispielsweise bei der Tagung in Breslau nach Kreisau, bekannt durch den Kreisauer Kreis, einer Widerstandsgruppe in der Nazizeit.

Die einzelnen Tagungen richten sich an wechselnde Zielgruppen, z.B. Menschen im Gesundheitsdienst, oder Angehörige von Behinderten und stehen unter einem bestimmten Thema, zu dem passende Bibeltexte ausgewählt werden. Die Verkehrssprache ist deutsch. Theologische Vorträge, vertiefende Gespräche und eine kreative Herangehensweise sind Säulen der Bibelarbeiten, die ernsthaft und intensiv betrieben werden. Sie bauen auf der gleichen Erkenntnis auf, die auch wir bei Bibel Aktuell über unsere Arbeit stellen: Die Bibeltexte sind heute so aktuell wie zu allen Zeiten.

Besonderen Wert erlangen die Bibeldialoge mit ihren Gesprächen über die Grenzen hinweg durch das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen, was heute auf europäischer Ebene so wichtig ist wie es auch seinerzeit bei den Berliner Bibelwochen für das geteilte Deutschland war.

Norbert Hofmann

 

Bibel aktuell - Gottesdienst und Friedensdekade

Jona war von Gott beauftragt, nach Ninive zu gehen und den Menschen dort wegen ihrer Schlechtigkeiten das Strafgericht durch die Zerstörung ihrer Stadt anzudrohen. Jona wollte diesen Auftrag nicht ausführen, weil er wusste, dass es Gott reuen würde, seine Drohung wahr zu machen. Jona verschwand und fuhr mit dem Schiff in die andere Richtung. Als ein Sturm aufkam, hielten ihn die anderen auf dem Schiff für schuldig und warfen ihn ins Wasser. Da kam ein großer Fisch und verschluckte ihn. Im Bauch des Fisches wandte sich Jona Gott wieder zu. Der Fisch spuckte ihn aus.  Gott gab erneut Jona den Auftrag, nach Ninive zu gehen. So ging Jona und kündigte den Menschen dort an, was Gott ihm befohlen hatte. Als die Menschen dies hörten, ließen sie ab von ihrem frevelhaften Tun, der König, alle Menschen und Tiere. Da verschonte Gott die Stadt, die 120.000 dort lebenden Menschen und Tiere.

Die Jonageschichte war der Predigttext des Gottesdienstes am Buß- und Bettag, der gleichzeitig der Abschluss der Friedensdekade mit dem Titel „Klimawandeln“ war. Im Anschluss hatte Bibel Aktuell zum Nachgespräch eingeladen. Dazu trafen sich mehr als 20 Teilnehmer im Gemeindezentrum. In lebhafter Diskussion wurde der Bibeltext in Bezug zum Thema Klimawandel gesetzt. Gott hat nicht Ninive zerstört.

Will er dann, dass diese Erde, seine Schöpfung, zerstört wird? Er erwartet vielmehr heute wie damals Umkehr, Abwendung von unserem schädlichen Verhalten gegenüber dieser Erde.    

In der Diskussion kam auch zum Ausdruck, dass es im Menschen angelegt ist, dass er ständig nach mehr Wissen strebt. Auch auf den Glauben an unbegrenztes Wachstum wurde hingewiesen. Dies und noch anderes haben dazu geführt, dass die Menschheit inzwischen einen Erkenntnis- und Entwicklungsstand erreicht hat, der dazu führen kann, ihre eigene Lebensgrundlage auf dieser Erde zu zerstören. Sollten wir Menschen im Umkehrschluss dann nicht auch in der Lage sein, diesen Planeten auch künftig als für uns bewohnbar zu erhalten? Wenn uns Menschen das klar wird und wir danach handeln, dann brauchen wir keine neue Welt. 


Norbert Hofmann

 

 

 

 

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