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Bibel aktuell am 21. 09. zu den jüdischen Wurzeln des Christentums

Nach einer Pause im August fand am 21. 9. 2022 wieder Bibel Aktuell statt.
Dazu kam Pfarrerin Vetter-Jung mit obigem Thema. Es ging um die Frage „wie jüdisch ist der Ursprung unseres Glaubens?“
Entstanden ist der jüdische Glaube im Exil. Aus Liebe hat Gott sich Israel als sein Volk erwählt. Für die Israeliten gab es nur noch diesen einen Gott. Es entwickelte sich eine persönliche Beziehung der Menschen zu diesem einen Gott. Dabei standen Gerechtigkeit und Freiheit im Mittelpunkt.
Jesus war Jude. Sein ganzes irdisches Leben verbrachte er im jüdischen Kulturkreis. Er ließ sich von Johannes dem Täufer taufen. Das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern feierte er an Pessach, einem hohen jüdischen Feiertag.
Und für die Juden war es klar, dass nur Gott Menschen vom Tod auferwecken kann. So waren es Juden, die als erste in Jesus den verheißenen Messias erkannten. Es dauerte viele Jahrzehnte, bis sich diese Erkenntnis allmählich verbreitete. Doch bald schlossen sich auch Menschen aus anderen Kulturkreisen, die keine Verbindung mehr zum Judentum hatten, diesem Glauben an, vor allem in Griechenland und Rom.
Maßgeblich beteiligt an der Verbreitung der Botschaft von Jesus´ Leben und Wirken war Paulus. Auch er war Jude und ging in die Synagoge. Sein Eifer und seine Hartnäckigkeit, mit denen er sich für Jesus und seine Lehre einsetzte, sind uns im Neuen Testament bezeugt durch seine zahlreichen Briefe an die sich allmählich bildenden Gemeinden in der damaligen Welt.
Die vielfältigen jüdischen Wurzeln aus der Zeit des frühen Christentums sind doch auch heute noch eine stabile Basis für ein friedvolles Miteinander beider Religionen. Norbert Hofman

Bibel aktuell am 20.07.2022: Mehr als Ora et labora mit Gerd Pfahl

Am 20. 7. 2022 kam zum offenen Gesprächskreis Bibel Aktuell unser Gemeindepädagoge Gerd Pfahl mit obigem Thema. Im Mittelpunkt stand dabei Benedikt von Nursia. Geboren um 480 in Umbrien gründete er in seiner Heimat das Kloster Monte Casino. Auf Bildern wird er mitunter mit einem Buch in der Hand dargestellt. Dies ist aber, wie man annehmen möchte, nicht die Bibel, vielmehr sind es die Klosterregeln.

Waren es vorher eher Einsiedler, die ein mönchisches Leben führten, so waren es nun Gemeinschaften, die in Klöstern nach festen Regelnlebten. Auch heute noch ist die Benediktiner Regel Grundordnung von Klöstern. Die Regel enthält die Grundlagen mönchischen Lebens.Gehorsam, Schweigen und Demut zeichnen den Mönch aus. Schweigen fördert das Nachdenken. Und Demut steht für die Eigenschaften dienen und Mut. Entscheidungen des Abtes erfolgen erst nach Anhörung der anderen Mitglieder der Gemeinschaft.

Die Benediktiner haben jedoch nicht nur klare Regeln für ihr eigenes Leben und Handeln gefunden. Sie haben sich auch in wichtigen anderen Bereichen der menschlichen Gesellschaft eingebracht. Sie haben die Landwirtschaft reformiert. Lebensmittel werden nicht weggeworfen. Auf Hygiene wird geachtet. Sie haben Krankenstationen eingerichtet. Und umfangreiche Bibliotheken angelegt und Texte und Bücher handschriftlich geschrieben.  Es gab den Buchdruck noch nicht. Auch architektonisch haben sie gewirkt, wie der erhaltene Plan einer Klosterkirche zeigt. 

Der als wesentlicher Grundsatz der Benediktiner geltende Ausspruch

„ora et labora“ – „bete und arbeite“, ist sehr umfassend. Wendet er sich doch an Gott und die Welt. Und wie wir sehen, ist das von Benedikt von Nursia angestoßene Wirken seines Ordens auf den verschiedenen Feldern des menschlichen Lebens wirklich „mehr als ora et labora!“  

​Nach einem für dieses Jahr typischen extrem heißen Sommertagbegleitete ein inzwischen aufgezogenes Gewitter mit einem lange ersehnten kräftigen Regen die Teilnehmer dann auf ihrem Heimweg.

​Norbert Hofmann

Bibel aktuell: Hiob - oder die Frage, warum guten Menschen Böses widerfährt

Der Mai-Termin von Bibel Aktuell war wie üblich auf den 3. Mittwoch im Monat, den 18. 5. 2022, angesetzt. Gleichzeitig fand an diesem Abend ein Publik-Viewing im ausverkauften Stadion statt, bei dem das Finale der Europa-Leage aus Sevilla übertragen wurde. Da war hohes Verkehrsaufkommen und viel Betrieb rund im das Gemeindezentrum. Doch wie gewohnt begannen um 19.30 Uhr die beiden Referenten und 5 Teilnehmer ihre Gesprächsrunde.

Im Mittelpunkt der Betrachtungen stand an diesem Abend die alttestamentarische Person des Hiob. Das Thema war im Kirchenboten mit obigem Titel angekündigt. Als Referentin fungierte Pfarrerin Claudia Vetter-Jung in Gemeinschaft mit ihrem Mann Pfarrer Andreas Jung.

Hiob ist ein guter Mensch. Er ist wohlhabend und führt ein gutes Leben. Auch der Versuchung des Satans widersteht er. Er bleibt ein gottesfürchtiger Mensch. Da verliert er seine Kinder und seinen ganzen Besitz. Er selbst wird krank.

Hiob stellt alles in Frage. Wie kann Gott das alles zulassen. Er klagt Gott an, der ihm das Recht zu klagen zugesteht. Er weiß aber auch: Gott ist der oberste Richter. Zwischen Gott und Hiob steht keiner, der entscheiden kann.

Als Hiobs Freunde von seinem Leid erfahren, kommen sie, um mit ihm zu diskutieren. „Bedenk doch: Wer ging je schuldlos zugrunde und wo kamen Aufrechte je um?“, so war ihre Meinung. Doch Hiob bleibt bei seinem Glauben und spricht zu Gott: „Jetzt aber hat mein Auge Dich geschaut.“ Und Gott „mehrte alles, was Hiob besessen hatte aufs Doppelte.“

Hiob hat einen Weg gefunden, durchzustehen. Er hat sein Leid aufgearbeitet, sich damit auseinandergesetzt, hinterfragt. Eine Aufforderung, dies zu tun, ist das Buch Hiob im Alten Testament für uns auch heute noch.

Kurz nach 21.00 Uhr war das Thema ausreichend bearbeitet. Da konnten alle Teilnehmer das Spiel noch verfolgen und den Titelgewinn der Eintracht live mitbekommen, 

​Norbert Hofmann

Bibel aktuell am 20.04.2022 mit Pfarrer Jung

„Die Rache ist mein, spricht der Herr“

Mit diesem Thema im Gepäck besuchte am 20. 4. 2022 Pfarrer Andreas Jung Bibel Aktuell. Gemeinsam mit seiner Frau, Pfarrerin Vetter-Jung, diskutierte er mit uns über Texte aus der Hebräischen Bibel. Die Texte beschreiben sehr realitätsnah das Leben im alten Israel. Sie verschweigen weder das  Leid des Volkes Israel noch wird es kaschiert. Auch Gewalt wird offen angesprochen, damit sie am Ende nicht das letzte Wort hat.

Der Prophet Micha sagt: „Der Herr wird unter vielen Völkern richten und mächtige Nationen zurechtweisen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln… Sie werden hinfort nicht mehr lernen Krieg zu führen.“ Da möchte man hinzufügen: Dann wäre die Welt eine friedvollere. Wenn wir heute, insbesondere auch in der Ukraine feststellen müssen, dass Frieden nicht von jedem gewollt wird, so müssen wir akzeptieren, was Kirchenpräsident Volker Jung in einem Interview vor Ostern zum Ausdruck brachte: „Wir sind nicht in einer erlösten Welt.“

„Die Rache ist mein, spricht der Herr“, so steht es im 5. Buch Mose. Gott will selbst die Rechtsordnung wieder herstellen. Und die Aussage „Auge um Auge“ bedeutet: Es wird nur so viel vergolten, wie Schaden verursacht wurde. An diesem Abend wurde es klar: Auch heute dürfen wir Menschen uns nicht mit dem Unrecht auf dieser Welt abfinden.

In einem offenen Dialog brachte der Abend einen regen Gedankenaustausch zwischen den beiden Vortragenden und den Gesprächskreisteilnehmern.

​Norbert Hofmann

Bibel aktuell am 16. März 2022 „Macht euch die Erde untertan“ - Professor Rainer Kessler

Am 16.03. 2022 kam Professor Rainer Kessler zu Bibel Aktuell, um mit den Teilnehmern über obiges Thema zu sprechen. In seinem spannenden Referat bezog er sich zunächst auf biblische Texte, um anschließend auf sehr überraschende Aspekte aus der Philosophie der Neuzeit hinzuweisen. 

Im 1. Buch Mose 1, 28 heißt es: „Da segnete sie (die Menschen) Gott und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde und unterwerft sie und zwingt nieder die Fische….und die Vögel … und alle Tiere…“. Das ist allenfalls ein Herrschaftsauftrag; im Auftrag Gottes herrscht der Mensch über die Natur. Es bedeutet aber keine Verfügungsgewalt des Menschen über die Natur. 

„Gott sprach weiter: Ich gebe euch hiermit alle Samen aussäenden Gewächse auf der ganzen Erde sowie jeden Baum, an dem Samen aussäende Baumfrüchte sind. Euch und allen Tieren soll alles grüne Gewächs als Nahrung dienen.“ Also eine rein vegetarische Ernährung.

Ein christlicher Autor um 300 nach Christus sah den im 1. Buch Mose formulierten Auftrag Gottes an den Menschen schon wesentlich absoluter: „Da hauchte er ihm (dem Menschen) allein Weisheit ein, dass er alles seiner Herrschaft und seinem Befehl untertan mache.“. Rene Descartes um 1600 sah es so: Die Menschen sind „Herrscher und Besitzer der Natur.“ Immanuel Kant sah die Tiere nicht mehr als Mitgenossen der Schöpfung, sondern als dem Willen des Menschen überlassene Mittel und Werkzeuge zur Erreichung seiner beliebigen Absichten. Was für eine erschreckende gedankliche Entwicklung!   

In der anschließenden Diskussion kam dann noch einmal klar zum Ausdruck, wie wir es heute sehen: Der Mensch kann nicht über die Natur verfügen! Die Erde ist nicht Eigentum des Menschen!  


Norbert Hofmann

 

 

Großer Artikel über den Vortrag in der Frankfurter Neuen Presse

FNP

Bibel aktuell am 16. Februar: Gideons Auftrag

Für das 2. Treffen von Bibel Aktuell im Jahr 2022 hat Pfarrerin Verwiebe die Gestaltung des Abends übernommen. Ein Termin war lange schon angestrebt. Doch auch wegen Corona kam es bis jetzt nicht dazu.

Auch das Thema stand schon lange fest: Ein Text aus dem Alten Testament, der hebräischen Bibel, aus dessen Sicht wir bei Bibel Aktuell auch einen Blick auf heutige aktuelle gesellschaftliche und politische Probleme werfen wollen.
Für diesen Abend hat Pfarrerin Verwiebe als Bibelstelle die Geschichte von Gideon gewählt. Sie steht im Buch der Richter, Kapitel 6-9. Für die Bibelarbeit wendete sie die Methode Bibliolog an. Diese Methode regt an, sich selbst intensiv in die Gedanken einer der handelnden Personen zu versetzen. Vor 3500 Jahren war Israel von Feinden umgeben und bedroht. Da beruft Gott Gideon, Israel zu retten. Gideon ist unsicher. Er will sich vergewissern. Er bittet Gott um ein Zeichen. Er legt Schurwolle aus. Gott soll es regnen lassen. Aber die Wolle soll trocken bleiben. So geschieht es. Aber der furchtsame Gideon traut sich, noch ein Zeichen zu erbitten: die Wolle soll nach der Nacht nass sein und der Boden trocken. Auch das geschieht so. Jetzt ist Gideon sich seiner Sache sicher. Er weiß, Gott ist an seiner Seite. Es ist ihm klar, er muss etwas tun. Er fasst Mut und rettet Israel vor seinen Feinden. Die Erzählung von dem Richter Gideon ist eine der vielen spannenden Geschichten aus dem alten Israel, über die uns das alte Testament berichtet. Mit der Methode des Bibliolog hat sich für die Teilnehmer des Abends der Bibeltext gut verständlich erschlossen.

Bericht Norbert Hofmann

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