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Bibel aktuell am 20.04.2022 mit Pfarrer Jung

„Die Rache ist mein, spricht der Herr“

Mit diesem Thema im Gepäck besuchte am 20. 4. 2022 Pfarrer Andreas Jung Bibel Aktuell. Gemeinsam mit seiner Frau, Pfarrerin Vetter-Jung, diskutierte er mit uns über Texte aus der Hebräischen Bibel. Die Texte beschreiben sehr realitätsnah das Leben im alten Israel. Sie verschweigen weder das  Leid des Volkes Israel noch wird es kaschiert. Auch Gewalt wird offen angesprochen, damit sie am Ende nicht das letzte Wort hat.

Der Prophet Micha sagt: „Der Herr wird unter vielen Völkern richten und mächtige Nationen zurechtweisen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln… Sie werden hinfort nicht mehr lernen Krieg zu führen.“ Da möchte man hinzufügen: Dann wäre die Welt eine friedvollere. Wenn wir heute, insbesondere auch in der Ukraine feststellen müssen, dass Frieden nicht von jedem gewollt wird, so müssen wir akzeptieren, was Kirchenpräsident Volker Jung in einem Interview vor Ostern zum Ausdruck brachte: „Wir sind nicht in einer erlösten Welt.“

„Die Rache ist mein, spricht der Herr“, so steht es im 5. Buch Mose. Gott will selbst die Rechtsordnung wieder herstellen. Und die Aussage „Auge um Auge“ bedeutet: Es wird nur so viel vergolten, wie Schaden verursacht wurde. An diesem Abend wurde es klar: Auch heute dürfen wir Menschen uns nicht mit dem Unrecht auf dieser Welt abfinden.

In einem offenen Dialog brachte der Abend einen regen Gedankenaustausch zwischen den beiden Vortragenden und den Gesprächskreisteilnehmern.

​Norbert Hofmann

Bibel aktuell am 16. März 2022 „Macht euch die Erde untertan“ - Professor Rainer Kessler

Am 16.03. 2022 kam Professor Rainer Kessler zu Bibel Aktuell, um mit den Teilnehmern über obiges Thema zu sprechen. In seinem spannenden Referat bezog er sich zunächst auf biblische Texte, um anschließend auf sehr überraschende Aspekte aus der Philosophie der Neuzeit hinzuweisen. 

Im 1. Buch Mose 1, 28 heißt es: „Da segnete sie (die Menschen) Gott und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde und unterwerft sie und zwingt nieder die Fische….und die Vögel … und alle Tiere…“. Das ist allenfalls ein Herrschaftsauftrag; im Auftrag Gottes herrscht der Mensch über die Natur. Es bedeutet aber keine Verfügungsgewalt des Menschen über die Natur. 

„Gott sprach weiter: Ich gebe euch hiermit alle Samen aussäenden Gewächse auf der ganzen Erde sowie jeden Baum, an dem Samen aussäende Baumfrüchte sind. Euch und allen Tieren soll alles grüne Gewächs als Nahrung dienen.“ Also eine rein vegetarische Ernährung.

Ein christlicher Autor um 300 nach Christus sah den im 1. Buch Mose formulierten Auftrag Gottes an den Menschen schon wesentlich absoluter: „Da hauchte er ihm (dem Menschen) allein Weisheit ein, dass er alles seiner Herrschaft und seinem Befehl untertan mache.“. Rene Descartes um 1600 sah es so: Die Menschen sind „Herrscher und Besitzer der Natur.“ Immanuel Kant sah die Tiere nicht mehr als Mitgenossen der Schöpfung, sondern als dem Willen des Menschen überlassene Mittel und Werkzeuge zur Erreichung seiner beliebigen Absichten. Was für eine erschreckende gedankliche Entwicklung!   

In der anschließenden Diskussion kam dann noch einmal klar zum Ausdruck, wie wir es heute sehen: Der Mensch kann nicht über die Natur verfügen! Die Erde ist nicht Eigentum des Menschen!  


Norbert Hofmann

 

 

Großer Artikel über den Vortrag in der Frankfurter Neuen Presse

FNP

Bibel aktuell am 16. Februar: Gideons Auftrag

Für das 2. Treffen von Bibel Aktuell im Jahr 2022 hat Pfarrerin Verwiebe die Gestaltung des Abends übernommen. Ein Termin war lange schon angestrebt. Doch auch wegen Corona kam es bis jetzt nicht dazu.

Auch das Thema stand schon lange fest: Ein Text aus dem Alten Testament, der hebräischen Bibel, aus dessen Sicht wir bei Bibel Aktuell auch einen Blick auf heutige aktuelle gesellschaftliche und politische Probleme werfen wollen.
Für diesen Abend hat Pfarrerin Verwiebe als Bibelstelle die Geschichte von Gideon gewählt. Sie steht im Buch der Richter, Kapitel 6-9. Für die Bibelarbeit wendete sie die Methode Bibliolog an. Diese Methode regt an, sich selbst intensiv in die Gedanken einer der handelnden Personen zu versetzen. Vor 3500 Jahren war Israel von Feinden umgeben und bedroht. Da beruft Gott Gideon, Israel zu retten. Gideon ist unsicher. Er will sich vergewissern. Er bittet Gott um ein Zeichen. Er legt Schurwolle aus. Gott soll es regnen lassen. Aber die Wolle soll trocken bleiben. So geschieht es. Aber der furchtsame Gideon traut sich, noch ein Zeichen zu erbitten: die Wolle soll nach der Nacht nass sein und der Boden trocken. Auch das geschieht so. Jetzt ist Gideon sich seiner Sache sicher. Er weiß, Gott ist an seiner Seite. Es ist ihm klar, er muss etwas tun. Er fasst Mut und rettet Israel vor seinen Feinden. Die Erzählung von dem Richter Gideon ist eine der vielen spannenden Geschichten aus dem alten Israel, über die uns das alte Testament berichtet. Mit der Methode des Bibliolog hat sich für die Teilnehmer des Abends der Bibeltext gut verständlich erschlossen.

Bericht Norbert Hofmann

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